Das smarte Zuhause beherbergt mittlerweile eine Vielzahl an intelligenten und mit dem Internet verbundenen Geräten. Diese Geräte können sowohl gemeinsam als auch eigenständig agieren, werden oft fernbedient und Funktionen können automatisiert durchgeführt werden.

Benutzer profitieren von der Bequemlichkeit, die sich dadurch in ihrem Smart Home breitmacht. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der IoT-Geräte signifikant angestiegen und hat, gemäß einer von Bitdefender durchgeführte Studie*, 11 Geräte pro Haushalt erreicht.

Die smarten Geräte sind jedoch nicht immer sicher und mit der gestiegenen Verbreitung sind auch die Sicherheitsbedenken größer geworden. Sicherheitsforscher haben zahlreiche IoT-Geräte gefunden, denen es selbst an grundlegenden Sicherheitsfunktionen zum Schutz von Daten und Privatsphäre fehlt. Besonders anfällig scheinen Webcams zu sein.

Elf smarte Geräten pro Haushalt gibt es durchschnittlich in Deutschland und den USA, zehn sind es in Frankreich und neun in Großbritannien laut aktueller Bitdefender Analyse. Mit der Anzahl der Geräte in den Haushalten geht auch ein Anstieg der Sorgen um die Sicherheit einher. In Deutschland sind die meisten Anwender (53 Prozent) smarter Geräte besorgt, dass ihre Identität und sensible Daten gestohlen oder ihre Geräte mit Viren infiziert werden könnten.

Neun von zehn Anwendern besitzen zumindest eine Kamera, die mit dem Internet verbunden ist.

Die Sorgen scheinen nicht ganz unbegründet: “Jedes Internet-verbundene Gerät, dass über eine Kamera verfügt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein eingebautes Mikrofon und kann, wenn es von Hackern kontrolliert wird, als perfektes Spionage-Tool verwendet werden”, sagt Liviu Arsene, Senior E-Threat Analyst bei Bitdefender. „Wird die Kamera nicht ausreichend geschützt, können Angreifer nicht nur in die Privatsphäre eindringen, sondern die Opfer mit erpresserischen Methoden um ihr Geld bringen.“

Die Webcam, ein offenes Tor für Kriminelle?
Bereits häufig wurden Schwachstellen bei smarten Kameras entdeckt und diese von Angreifern fernbedient. Da die Geräte gewöhnlich mit dem gleichen Netzwerk verbunden sind, in dem sich auch andere mit dem Internet verbundenen Geräte befinden, können sie als Einfallstor für weitere Angriffe dienen und damit sogar das gesamte Netzwerk kompromittieren.

Es gibt eine Vielzahl an Geräten, die über eine Kamera verfügen, die für das Ausspionieren von Anwendern missbraucht werden kann. Zu den drei häufigsten smarten Geräten, die über eine mit dem Internet verbundene Kamera verfügen, gehören in Deutschland Smartphones (68 Prozent), Notebooks mit Windows (41 Prozent) und Tablets (21 Prozent). Dennoch sind die Sicherheitsbedenken speziell im Hinblick auf Webcams noch gering: Nur vier von zehn Anwendern smarter Geräte sind besorgt, dass sich jemand Zugriff auf die Kamera der Geräte verschaffen und sie ohne Kenntnis aufnehmen könnte.

Auch SmartTVs besitzen häufig eine Web-Kamera und fünf von zehn Anwendern verfügen über keine Sicherheitslösung für dieses Gerät. Noch gravierender: 40 Prozent der SmartTV-Anwender haben zusätzliche Software beziehungsweise Apps installiert von denen 46 Prozent nicht in einem der offiziellen Marketplaces, Shops oder Webseiten erworben wurde. Die Bitdefender-Studie zeigt auf, dass vier von zehn Besitzern von SmartTVs bisher noch nie ihr Passwort geändert haben; zudem gaben 48 Prozent der Befragten an, sie haben noch kein Firmware-Update auf ihren Geräten durchgeführt. Das gibt zu Denken!

Viele Geräte, viele Webcams, viele Schwachstellen
Anwender sollten sich auch immer vergegenwärtigen, dass nicht nur Smartphones und Notebooks über Webcams verfügen, die mit dem Internet verbunden sind, sondern dass ihre Privatsphäre auch von anderen IoT-Geräten, die über entsprechende Features verfügen, beeinträchtigt werden kann.
Etwas so Unscheinbares wie eine Webkamera kann von den Cyberkriminellen gegen den Anwender gerichtet werden und es liegt am Nutzer sicherzustellen, dass seine Geräte mit einer Webkamera geschützt sind, sodass auch in Zukunft die Privatsphäre privat bleibt. Für Laptops und Smartphones ist es sehr wichtig, dass sichergestellt wird, dass ausschließlich berechtigte Anwendungen Zugriff auf die Kamera des Gerätes bekommen, da ansonsten Malware versuchen könnte, den Anwender auszuspionieren. So versuchen Cyberkriminelle beispielsweise mit privaten Aufnahmen Geld oder andere Gefälligkeiten bei ihren Opfern zu erpressen.

Abkleben hilft – eine Funktion zur „Webcam Protection“ hilft besser
Das Webcam Protection Feature von Bitdefender erkennt beispielsweise, ob die Kamera des Computers durch unberechtigte Anwendungen missbraucht wird und schützt den Anwender vor Cyberkriminellen, die die Privatsphäre angreifen wollen.

Für diejenigen, die nicht Bitdefender 2018 mit dem Webcam Protection Feature im Einsatz haben und ihre Privatsphäre dennoch schützen möchten, empfiehlt es sich, die Kamera zu entfernen oder manuell auszuschalten, wenn es sich um eine externe Webcam handelt. Das Abdecken der Linse mit einem Tape oder einer speziell designten Webcam-Abdeckung schützt zwar vor Voyeuren, aber es bedeutet nicht, dass nicht mehr mitgehört werden kann.

Details zur Studie