Warum hat Online Sicherheit heutzutage die höchste Priorität?

Noch vor wenigen Jahren war der das Thema Online-Sicherheit nur den wenigsten Menschen ein Begriff und eher etwas, mit dem sich Administratoren oder tech­nik­af­fine Menschen beschäftigt haben. Reichte es damals noch aus, darauf zu achten, welchen Link man anklickt oder verdächtige E-Mails zu löschen, sind die Online-Bedrohungen in der heutigen Zeit vielfältiger und heimtückischer geworden.

Was hat sich verändert?

Einfach gesagt, leben wir in einer wesentlich vernetzteren Welt, deren Komplexität den meisten Nutzern nicht bewusst ist. Der Grad der Vernetzung und der Bedeutung für das persönliche Leben hat in den letzten zehn Jahren enorm zugenommen. Fiel vor einigen Jahren das Internet aus, war dies ein persönliches Ärgernis, betraf das Leben aber nur wenig. Heutzutage können aber schon kleinere Ausfälle weitreichende Folgen für das persönliche und berufliche Leben haben. Überlegen Sie einmal selber, wie viele Ihrer täglichen Aufgaben und Selbstverständlichkeiten fundamental mit dem Internet zusammenhängen und auf welche Dienste sie angewiesen sind.

Dieser hohe Grad der Vernetzung, auch im persönlichen Leben, stellt in vielen Fällen eine Bereicherung des eigenen Lebens dar, kann aber bei einem Cyberangriff auch sehr schwere Folgen haben.

Internetkriminalität ist seit Jahren auf dem Vormarsch

Die Bandbreite illegaler Aktivitäten im Internet ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das Spektrum reicht von Phishing, also dem Ausspähen von Zugangsdaten für Onlinebanking, E-Mails oder persönliche Konten, über die Verbreitung von Schadsoftware, bis hin zum Identitätsdiebstahl.

Hat sich erst einmal Schadsoftware auf dem PC eines Nutzers eingenistet, hat der Angreifer weitreichenden Zugriff auf das persönliche Leben des Betroffenen.

Handelt es sich um einen ungezielten Angriff mit Schadsoftware  sind die Folgen meist drastisch:

  • persönliche Daten und Zugangsberechtigung werden an die Angreifer weitergeleitet.  Diese können dann zum Diebstahl von, zum Beispiel Geldern der Konten, aber auch zum Identitätsdiebstahl genutzt werden.
  • persönliche Daten auf dem betroffenen Rechner können mit einer sogenannten Ransomware verschlüsselt werden. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes werden diese Daten wieder freigegeben.
  • Infizierte Rechner können zu Botnetzen zusammengeschlossen werden, die dann gemeinsam für weitere kriminelle Handlungen genutzt werden. Zum Beispiel Cyberangriffe auf Unternehmen, Verbreitung von Kinderpornographie oder Verbreitung von Spam-Nachrichten und Viren.

Erscheinen die Folgen eines ungezielten Angriffs schon sehr unangenehm, kann ein gezielter Angriff noch wesentlich schlimmere Konsequenzen nach sich ziehen. Besteht erst einmal Zugriff auf die persönlichen Daten, können schwere Straftaten begangen werden. Bei einem Identitätsdiebstahl können auf den Namen des Opfers Verträge abgeschlossen oder Waren bestellt werden. Diese werden dann umgeleitet und weiterverkauft. Kommen die ersten Firmen mit Forderungen auf den Betroffenen zu, ist es meist zu spät um noch eingreifen zu können. Neben erheblichem Ärger und Zeitaufwand, kann auch die Bonität des Opfers stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie kann man sich vor Cyberangriffen schützen?

Es gibt verschiedene Optionen, um sich effektiv vor einem Cyberangriff durch Schadsoftware zu schützen. Die erste Maßnahme sollte immer ein effektives und aktuelles Antivirenprogramme sein, hier finden sie eine Liste von sicheren Programmen. Ein hochwertiges Antivirenprogramm schützt nicht nur vor Computerviren, sondern bietet darüber hinaus auch einen Schutz vor Malware, Ransomware oder schadhafter Werbung im Internet, die Viren auf den Rechner des Nutzers herunterladen kann. Auch ein Phishing-Schutz, ein VPN oder eine Kindersicherung ist Bestandteil vieler Virenschutzprogramme. Achten Sie darauf, dass die Software gut bewertet ist und regelmäßige Updates bietet. Klicken sie nicht auf dubiose Werbeanzeigen im Internet, denn hinter manch vermeintlich sicherer Antivirensoftware verbirgt sich in Wahrheit Schadsoftware, die potentiell gefährlich ist.

Ist der eigene PC geschützt, sollte man sich als nächstes auch um den Schutz des Smartphones kümmern. Denn gerade hier lauern viele Gefahren durch eigentlich harmlos wirkende Apps, die Zugriff auf das Adressbuch und andere sensible Daten haben können. Gerade moderne Smartphones sind stark vernetzt und meist auch mit allen wichtigen Diensten verbunden. Eine schadhafte App kann hier nicht nur relevante Passwörter ausspähen, sondern auch besonders sensible Informationen wie den Standort des Nutzers, Notizen, private Bilder und Videos, sowie die wichtigsten Kontakte. Diese Informationen könnten dann dazu genutzt werden, um enge Kontakte mit Hilfe von Social Engineering mit Schadsoftware zu infizieren oder in kriminelle Handlungen zu verwickeln. Auch die private Kommunikation über WhatsApp, E-Mail oder andere Messenger könnte so offengelegt werden und für eine Erpressung genutzt. Ein gutes Antivirenprogramm schützt also hier nicht nur den Nutzer selbst, sondern auch seine Kontakte, Freunde und die eigene Familie.

Hat man eine Antivirenprogramm installiert, ist man grundlegend geschützt. Trotzdem empfiehlt es sich, diesen Zeitpunkt zu nutzen, um sich auch über die eigenen Passwörter Gedanken zu machen. Diese sollten regelmäßig gewechselt werden um einem Missbrauch vorzubeugen.

5 Tipps für sichere Passwörter

Passwörter zu den wichtigsten Diensten sollten in regelmäßigen Abständen geändert werden. Große Leaks von Nutzerdaten haben in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und gezeigt, dass viele Nutzer das gleiche Passwort für verschiedene Dienste nutzen. Das ist ein schwerer Fehler, denn so hat ein Angreifer nicht nur Zugriff auf den gehackten Dienst, sondern auch noch auf viele weitere.

Wir zeigen fünf Tipps für den sicheren Umgang mit Passwörtern:

  1. Einfache und oft verwendete Passwörter sollten unbedingt vermieden werden. Dazu zählen insbesondere: “12345”, “test1”, “password”, “zinch” oder auch das eigene Geburtsdatum.
  2. Ein sicheres Passwort sollte mindestens 8-10 Zeichen, darunter Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
  3. Fällt Ihnen das Einprägen eines Passwortes schwer, können sie sich auch einen Passwort-Satz ausdenken. Von diesem nehmen sie jeweils den ersten Buchstaben eines Wortes und fügen in der Mitte oder am Ende noch ein Sonderzeichen hinzu.
  4. Ein Passwortgenerator kann dabei helfen, ein sicheres und einmaliges Passwort zu erstellen. Achten sie unbedingt darauf, dass Ihre Passwörter dabei lang genug sind.
  5. Bewahren sie ihre Passwörter möglichst nur im Gedächtnis auf. Sollten sie doch zur Sicherheit schriftliche Notizen haben, verwahren sie diese an einem sicheren Ort, der vor neugierigen Blicken geschützt ist. Schreiben sie Ihre Passwörter auf keinen Fall in eine Textdatei, die sie auf ihrem Computer aufbewahren.

Weitere Tipps für sichere Passwörter bietet auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

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